Yorkshire Pudding selber machen - so wird er luftig

2. Juli 2026

Drei goldbraune Yorkshire Pudding mit Dill garniert, daneben Lachs mit Frischkäse und ein Glas Sauerkraut.

Inhaltsverzeichnis

Ein guter Yorkshire Pudding kommt außen goldbraun und knusprig, innen aber angenehm luftig auf den Tisch. Ich zeige dir, warum diese britische Ofenbeilage kein Dessert ist, wie der Teig zuverlässig gelingt und welche Form, Temperatur und Beilage sich für ein deutsches Sonntagsessen am besten eignen.

Die wichtigsten Fakten für luftige Yorkshire Puddings

  • Grundrezept: Mehl, Eier, Milch, Salz und heißes Fett.
  • Entscheidend: Die Form und das Fett müssen vor dem Einfüllen sehr heiß sein.
  • Backzeit: Je nach Größe etwa 20 bis 30 Minuten.
  • Beste Begleitung: Roastbeef, kräftige Bratensoße und Ofengemüse.
  • Typischer Fehler: Die Ofentür zu früh zu öffnen oder zu wenig Fett zu verwenden.

Goldbraune Yorkshire Pudding-Törtchen mit Dill garniert, daneben Lachs mit Frischkäse und ein Glas Krautsalat.

Was diese britische Ofenbeilage besonders macht

Ein Yorkshire Pudding ist ein herzhafter Teig aus Mehl, Eiern und Milch, der in heißem Fett gebacken wird. Beim Backen geht er stark auf, bildet einen knusprigen Rand und bleibt in der Mitte weich und leicht cremig. Der Name führt deshalb etwas in die Irre, denn mit einem süßen Pudding hat das Gericht nichts zu tun.

Traditionell gehört die Spezialität aus Nordengland zum britischen Sunday Roast, besonders zu Roastbeef mit Bratensoße. Ich mag sie aber auch zu geschmortem Rind, Lamm oder einer vegetarischen Pilzsoße. Entscheidend ist immer eine aromatische Soße, die sich in der Mulde sammelt.

In Großbritannien werden sowohl kleine Einzelportionen als auch ein großer Pudding aus der Bratform serviert. Für den ersten Versuch empfehle ich ein Muffinblech, weil die Portionen gleichmäßig groß werden und sich leichter aus der Form lösen.

Das Grundrezept mit verlässlichen Mengen

Die folgende Menge reicht für etwa 12 kleine Puddings aus einem Standard-Muffinblech. Die Zutaten sind in deutschen Küchen problemlos erhältlich und müssen nicht speziell aus England importiert werden.

  • 140 g Weizenmehl Type 405 oder 550
  • 4 Eier der Größe M
  • 200 ml Vollmilch
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 4 bis 6 Esslöffel neutrales Öl oder Rinderfett

Für die traditionelle Variante verwende ich Rinderfett oder Beef Dripping, weil es einen besonders kräftigen Geschmack und eine sehr gute Kruste ergibt. Rapsöl oder Sonnenblumenöl funktionieren ebenfalls zuverlässig und sind die bessere Wahl, wenn die Beilage vegetarisch bleiben soll.

So wird der Teig glatt

Mehl und Salz kommen zuerst in eine Schüssel. Dann rühre ich die Eier nach und nach unter und gieße die Milch langsam dazu. So entsteht ein glatter, eher dünnflüssiger Teig, ungefähr wie bei flüssigem Pfannkuchenteig.

Den Teig lasse ich mindestens 30 Minuten ruhen, gern auch einige Stunden im Kühlschrank. Dadurch kann sich das Mehl vollständig mit der Flüssigkeit verbinden. Vor dem Backen sollte der Teig noch einmal gut durchgerührt werden.

Ist die Masse sehr dick, werden die Puddings kompakt. Ist sie leicht und fließend, können sich die Eier im heißen Ofen besser aufrichten. Genau diese Balance macht in der Praxis meist mehr aus als ein zusätzlicher Löffel Fett.

So gelingt der hohe, knusprige Rand

  1. Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze oder etwa 200 °C Umluft vorheizen.
  2. In jede Mulde des Muffinblechs ungefähr einen Teelöffel Fett geben.
  3. Das Blech mindestens 10 Minuten mit dem Fett erhitzen, bis es sehr heiß ist.
  4. Den Teig kurz aufrühren und zügig auf die Mulden verteilen. Sie sollten höchstens zu zwei Dritteln gefüllt sein.
  5. Das Blech sofort zurück in den Ofen stellen und etwa 20 bis 25 Minuten backen.

Beim Einfüllen sollte der Teig im Fett hörbar zischen. Dieses schnelle Erhitzen erzeugt Dampf, der den Teig nach oben drückt. Die ersten 20 Minuten bleibt die Ofentür geschlossen, sonst kann die empfindliche Struktur wieder zusammenfallen.

Ich stelle das Blech möglichst auf eine mittlere oder leicht darunterliegende Schiene. Zu weit oben verbrennt der Rand, bevor die Mitte fest ist. Werden die Puddings nach 20 Minuten schon dunkel, aber noch weich, reduziere ich die Temperatur auf 190 °C und backe sie einige Minuten weiter.

Kleine Portionen oder ein großer Pudding

Variante Backzeit Besonderheit
Kleine Muffinportionen 20 bis 25 Minuten Knuspriger Rand, gut planbar
Große flache Form 25 bis 35 Minuten Mehr Soße passt hinein, Mitte bleibt weicher
Großer Pudding in der Bratform 30 bis 40 Minuten Rustikal und gut für mehrere Personen

Die kleine Form ist für ein klassisches Familienessen am unkompliziertesten. Die große Variante wirkt auf dem Tisch eindrucksvoller, verzeiht aber keine ungleichmäßige Hitze. Für Gäste würde ich deshalb eher mehrere kleine Portionen backen.

Welche Fette und Formen wirklich funktionieren

Das Fett muss hohe Temperaturen vertragen und darf nicht zu sparsam dosiert werden. Rinderfett liefert die traditionellste Note, während Rapsöl geschmacklich neutraler bleibt und sich für eine vegetarische Menüfolge eignet. Butter allein empfehle ich nicht, weil sie bei der nötigen Hitze schnell verbrennt.

Ein schweres Metallblech heizt schnell und kräftig auf. Eine beschichtete Muffinform funktioniert ebenfalls, solange sie für hohe Temperaturen geeignet ist. Silikonformen sind für diese Spezialität meine letzte Wahl, weil sie die Hitze weniger direkt an den Teig weitergeben.

Wer eine besonders tiefe Mulde möchte, kann eine Yorkshire-Pudding-Form verwenden. Ein normales Muffinblech ist in Deutschland jedoch völlig ausreichend. Wichtig ist vor allem, dass jede Mulde gleichmäßig gefettet wird.

Die häufigsten Fehler und ihre Lösungen

Der Teig geht kaum auf

Meist waren Fett oder Ofen nicht heiß genug. Wird der Teig in lauwarme Mulden gegossen, fehlt der kräftige Dampfschub. Auch ein überfülltes Blech kann die Temperatur zu stark abfallen lassen.

Die Puddings fallen nach dem Backen zusammen

Ein leichtes Absinken ist normal, besonders wenn die Mitte noch weich ist. Fallen sie jedoch vollständig in sich zusammen, wurde oft zu früh die Ofentür geöffnet oder die Backzeit war zu kurz. Ich lasse sie lieber zwei Minuten länger im Ofen, damit der Rand ausreichend stabil wird.

Die Unterseite bleibt fettig

Dann war wahrscheinlich zu viel Fett in der Form oder der Ofen konnte die Hitze nicht schnell genug übertragen. Ein Teelöffel pro Muffinmulde reicht normalerweise. Nach dem Backen setze ich die Puddings kurz auf Küchenpapier, damit überschüssiges Fett abtropfen kann.

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Der Geschmack ist zu schwer

Rinderfett ist aromatisch, aber nicht jedermanns Sache. Mit Rapsöl wird das Ergebnis leichter und passt besser zu Gemüse, Pilzen oder einer vegetarischen Bratensoße. Salz sollte sparsam in den Teig, denn die Soße bringt später meist schon viel Würze mit.

So wird daraus ein stimmiges Hauptgericht

Am bekanntesten ist die Kombination mit Roastbeef und dunkler Bratensoße. Das Fleisch bringt die kräftige herzhafte Note, während der luftige Teig die Soße aufnimmt. Dazu passen Kartoffeln, grüne Bohnen, Möhren oder Pastinaken.

Eine alltagstaugliche deutsche Variante besteht aus geschmortem Rind, Rotkohl und kleinen Puddings. Das ist nicht streng britisch, funktioniert geschmacklich aber ausgezeichnet, weil die leicht salzige Kruste einen guten Gegenpol zum süßlichen Kohl bildet.

Auch Würstchen lassen sich direkt mit dem Teig backen. Dieses Gericht heißt in Großbritannien Toad in the Hole und ist besonders praktisch, wenn ein unkompliziertes Blechgericht für die Familie gefragt ist. Für eine vegetarische Version passen gebratene Pilze, Lauch und eine kräftige Zwiebelsoße.

  • Zu Roastbeef: Rinderfett und kräftige Jus verwenden.
  • Zu Gemüse: Rapsöl und eine Zwiebel- oder Pilzsoße wählen.
  • Zu Würstchen: Eine große flache Form statt einzelner Mulden nehmen.
  • Für Gäste: Kleine Portionen backen und direkt heiß servieren.

Der beste Zeitpunkt für die Vorbereitung

Den Teig kann ich ohne Probleme einige Stunden vorher anrühren. Das Blech und das Fett dürfen allerdings erst kurz vor dem Backen in den Ofen, damit sie ihre Hitze nicht verlieren. Gebackene Puddings schmecken frisch am besten, lassen sich aber bei etwa 200 °C für wenige Minuten wieder aufknuspern.

Für ein entspanntes Sonntagsessen plane ich den Ablauf so, dass das Fleisch nach dem Braten ruht, während die Puddings backen. Die Ruhezeit des Roastbeefs und die hohe Ofentemperatur ergänzen sich dadurch perfekt.

Mein wichtigster Rat lautet deshalb, nicht an der Hitze zu sparen. Ein ruhender Teig, ein wirklich heißes Blech und eine geschlossene Ofentür bringen deutlich mehr als komplizierte Zusätze oder spezielle Küchenutensilien.

Mit diesen drei Entscheidungen gelingt der britische Klassiker

Verwende einen dünnflüssigen Teig mit ausreichend Ruhezeit, erhitze das Fett gründlich und serviere die Puddings sofort mit einer kräftigen Soße. Ob Rinderfett oder Rapsöl, Muffinblech oder große Form, hängt vom geplanten Hauptgericht ab. Für den Einstieg ist die kleine Portion mit neutralem Öl die sicherste Variante, während die traditionelle Version mit Rinderfett besonders gut zu Roastbeef passt.

Häufig gestellte Fragen

Yorkshire Pudding ist eine herzhafte Ofenbeilage aus Mehl, Eiern, Milch und Salz. Der dünnflüssige Teig wird in heißem Fett gebacken und passt besonders gut zu Roastbeef und Bratensoße.

Heize den Ofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze oder etwa 200 °C Umluft vor. Das gefettete Blech sollte mindestens 10 Minuten mit aufgeheizt werden. Kleine Puddings backen etwa 20 bis 25 Minuten, während die Ofentür in den ersten 20 Minuten geschlossen bleibt.

Rinderfett sorgt für den traditionellsten Geschmack, Rapsöl oder Sonnenblumenöl eignen sich für eine leichtere oder vegetarische Variante. Ein schweres Metallblech oder ein geeignetes Muffinblech funktioniert zuverlässig. Butter allein verbrennt bei der nötigen Hitze schnell, Silikonformen geben die Hitze weniger direkt weiter.

Der Teig sollte mindestens 30 Minuten ruhen und kann auch einige Stunden im Kühlschrank stehen. Vor dem Backen wird er noch einmal durchgerührt. Die fertigen Puddings schmecken frisch am besten, lassen sich aber bei etwa 200 °C kurz aufknuspern.

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Irina Kolb

Irina Kolb

Mein Name ist Irina Kolb und ich bringe 10 Jahre Erfahrung im Bereich Landhausleben mit. Schon seit meiner Kindheit fasziniert mich die Verbindung zwischen einem gemütlichen Zuhause und der Freude am Kochen und Feiern. Diese Leidenschaft teile ich gerne mit anderen, indem ich Tipps und Inspirationen für Deko, Küche und Feste gebe. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, praktische Ratschläge zu bieten, die sowohl ansprechend als auch umsetzbar sind. Ich überprüfe sorgfältig meine Quellen und vergleiche Informationen, um sicherzustellen, dass ich aktuelle und nützliche Inhalte präsentiere. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und Leserinnen und Lesern zu helfen, ihre eigenen Ideen für ein einladendes Landhausambiente zu verwirklichen.

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